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Die überaus grosszügige öffentliche Förderung der tatsächlich sehr schön (und sehr teuer) restaurierten, "Altstadt Köpenick" hat, trotz Riesenaufwandes, nur ein "Strohfeuer" an Belebung entfacht, - vorrangig weil man die Altstadt vom wirklichen Stadtleben "verkehrsberuhigt = geschäftsberuhigt" abgeschottet hat. = Eine interessante Parallelle zur DDR-amtlichen Abschottung des Gebiets um die Regattastrecke, als DDR-"no go area", vom wirklichen Leben in Grünau, die bis heute nachwirkt - hier allerdings ohne die öffentlich finanzierte, teure "Generalüberholung" des ganzen Ortes und somit einem entsprechend krass unterschiedlichen Stadtbildniveau im vernachlässigten Grünau, verglichen mit der edel herausgeputzten Köpenicker Altstadt. 

Wir leiden also in der Altstadt Köpenick und auch in Grünau gemeinsam unter einer kuriosen Entwicklung, in deren Verlauf die ehemals recht hohe Besucherfrequenz beider Regionen 25 Jahre lang für viel Steuerzahlergeld letztlich nur dezimiert worden ist. (Was natürlich ebenso auf Wirtschaftskraft und Steuereinnahmen, also auf die öffentliche Haushaltslage durchschlägt). Der wesentliche Unterschied besteht allerdings darin, daß im Gemeindegebiet Grünau die Steuergelder, anstatt in die städtebauliche Luxussanierung menschenleerer Plätze - wie in der Altstadt, in die hohen Subventionen für den jahrzehntelang hoch defizitären Regattastreckenbetrieb geflossen sind und weiter fliessen, während für das zurück gebliebene Stadtbild Grünau's, (selbst im direkten bezirklichen Regattstreckeneinflussbereich), kein Geld - sprich kein Gefühl - für traditionell gebotene, eigentlich selbstverständliche kleine Details amtlicher Stadtbildpflege aufgewendet wird (siehe Foto vergrössert nebenan) Beispiel: In der Altstadt sind auch die menschenleeren Plätze, Gehsteige und Strassen bis zum letzten Meter liebevoll mit Granitpflaster veredelt worden und tragen aufwändige, auf antik getrimmte Strassenleuchten und teure Gusseisen-Kandelaber. In Grünau dagegen hat man die antiken Strassenleuchten gegen schlichte, billige Bogenlampen ausgetauscht und das einst repräsentative Kopfsteinpflaster mit billigen Betonverbundsteinen und monotonen Asphaltbelägen ersetzt.

Tatsächlich sind für das B-Plangebiet XVI-85 im Osten Grünaus hohe Millionenverluste an Liegenschaftswerten gutachterlich belegbar, und im Westen von Grünau bewegen sich die Wertverluste für die Anrainerliegenschaften in der Nähe des Müllindustriegebiets Grünauer Str. sogar im höheren zweistelligen Millionenbereich, wobei für das frühere "puerto verde" Gelände, allein durch die amtliche Müllindustrieansiedlung als Nachbar, ein Wertverlust in der Grössenordnung von 20 Millionen Euro rechnerisch prognostizierbar ist. (Näheres dazu weiter unten)

Die amtliche "Grosswetterlage" hier hat gesamtbezirklich, d. h. nicht nur in Grünau die "puerto-verde"-Leute oder den früheren "Funkhaus"-Eigentümer, sondern auch überregional schon etliche Investoren in den Ruin getrieben und viele andere vergrault. (siehe Zeitungsausschnitt nebenan)
Diese amtliche Wertevernichtung betrifft allerdings auch die eigenen öffentlichen Kassen, - wo dann der Finanzmangel laufend bejammert wird und damit dann gleichzeitig der öffentliche Investitionsrückstand weiter begründet werden kann.  

Das erinnert fast schon an eine Art "Teufelskreis" für das Leben in Grünau. Mit anderen Worten: Von Westen, im Osten, aus der Luft, von Bodenkontaminationen sowie durch schwere LKW-Transporte, Müll und Stadtbildschäden, wird die einst hohe Lebensqualität der Bürger und Besucher heute rundum bedroht.

Die bemerkenswerte Langmut, mit der unsere Mitbürger in Grünau diese Geduldsprobe schon so lange bestehen, ist vorbildlich.

Auch manche lokalen Politiker und Stadtplanungsfachleute stehen dem unübersehbaren jahrelangen Abstieg in Ihrem nachbarlichen Lebensraum auch heute noch erstaunlich unbedarft gegenüber.


Der wirtschaftliche und bauliche Verfall sowie die Verödung, insbesondere der äusseren östlichen und westlichen Stadtbereiche von Grünau, sind heute, 25 Jahre nach dem Fall der Mauer, in diesem Ausmaß kaum mehr mit politischen oder fiskalischen Zwängen oder gar mit dem Zufall oder als Schicksal zu entschuldigen.

Es muß also besondere Gründe geben, warum die Grünauer Entwicklung hinter den tatsächlichen Möglichkeiten und auch hinter ihrer früheren Dynamik so weit zurück geblieben ist.

Wir wollen deshalb versuchen hier im folgenden Text mit der Arbeit unserer AG (Arbeitsgemeinschaft) LEBEN IN GRÜNAU zuerst objektiv die wirklichen Ursachen zu erklären, um dann Lösungsmöglichkeiten zu erörtern. Der zunächst negative Tenor der Berichterstattung liegt in der Natur der Sache. Wir bitten um Verständnis: 

Für die o. g. Negativentwicklungen erkennt unsere AG LEBEN IN GRÜNAU vorrangig einen kausalen Zusammenhang zum langjährigen Desinteresse der Verwaltung hinsichtlich der heute gewollten Lebensqualität der Bürger in ihrem Stadtplanungsgebiet Grünau. (Originalton Bezirksamt-TK 2007: "Wintergärten sind Luxus, das wollen wir dort in Grünau nicht").  
Dieses Desinteresse trifft, wie oben ausgeführt, auch auf etliche für den Bezirk geschichtlich bedeutsame Entwicklungen zu.   
Als weitere Erklärung kann angeführt werden, einerseits eine gewisse Überforderung der unterbesetzten Verwaltung im Verhältnis zur Masse an Problemen im Bezirk Teltow-Köpenick und andererseits zu wenig eigenes Engagement der "Alteingesessenen" und früheren "Meinungsführer" in Grünau, die sich, als es nach der "Wende" erhebliche finanzielle Aufbau-Ost-Zuschüsse zu verteilen gab, nicht genügend für die positive Wiederaufbauarbeit in ihrem Stadtteil eingesetzt haben; - ganz im Gegensatz zur höchst erfolgreichen Altstadt- und Kietz-Lobby. 
Zudem kann man anhand von Belegen davon ausgehen, dass die ursprünglich wilhelminisch geprägte Wachstums-Tradition des Standorts, in Verbindung mit der zweiten Blüteperiode (Olympiade) in der Nazizeit, hier im Osten Berlins bei manchen Entscheidern heute immer noch alte Vorbehalte wach hält.
Solche "besonderen Befindlichkeiten" bei Amtspersonen, eine derart "vorbelastete" Region mit speziell dieser Tradition eher totzuschweigen, sind nicht von der Hand zu weisen, denn bezeichnenderweise kommt die kulturelle (Fontane, Stefan Heym, Wassersportmuseum, Riviera) und die sportliche Bedeutung unseres Standorts, samt der zahlreichen lokalen Olympiasieger, Weltmeister, Europameister und der Olympiade in allen amtlichen Verlautbarungen bis 2012, d. h. bis zu unserer vereinsmässigen Intervention, überhaupt nicht vor. Beispiel weiter unten im Text: die interessante offizielle Zeittafel des Bezirksamtes anlässlich der 800 Jahrfeier der Region, in ihrer ersten Version bis 2012.
  Ohne diese Tradition und Geschichte ist Grünau jedoch, wie schon gesagt, nur ein beliebiger kleiner Vorort von Berlin ohne besondere Bedeutung, und so wird er verwaltungsmässig auch bisher geführt.
 
Weiterhin hat es nach der "Wende" manchem Amtsmitarbeiter und Lokalpolitiker auch an echter Bereitschaft zum engagierten "Mitmachen" in den neuen Strukturen gefehlt, besonders wenn "aus dem Westen" eingesetzte Leute vermeintlich oder tatsächlich "besserwisserisch" die neue Richtung angeben wollten. (Die beiden "Wessis" aus dem bezirklichen Stadtplanungsamt sind inzwischen erfolgreich vergrault, und die wenigen im Amt verbliebenen Führungskräfte haben sich angepasst)
Mitursächlich ist also zunächst, direkt wie indirekt, der ungünstige Verlauf der jüngeren Geschichte für Grünau.

Mittlerweile ist die Zeit für allerlei Entschuldigungen jedoch abgelaufen. Trotz bekannter Mangellage fehlen die gebotenen verwaltungsmässigen Korrekturen der früheren Versäumnisse, (z. B. Verschönerung des öffentlichen Raums inkl. der Plätze und Parks, Restaurierung der bezirklichen Denkmalbauten und der Regattastrecke, offensiver Denkmalschutz, touristischer Masterplan unter Einbezug der Sport- und Kulturtradition der Region, Lösung der Parkplatzfragen und nicht zuletzt gezielte Investitionsförderung anstatt -verhinderung).
Positive Ansätze sind endlich auch auf der Regattastrecke erkennbar: Neben ordentlicher Restaurierung der Beherbergungshäuser wurde dem bezirkseigenen SPORTHOCHHAUS ein neuer moderner Anstrich verpasst, und das bezirkseigene Bootshaus-Denkmal Regattstr. 239 ist nun von aussen ansehnlich restauriert. (wobei allerdings bei den Fensterlaibungen, entsprechend ihrem Putzabsatz, noch farbliche Nacharbeiten ausstehen) 
Der richtige "Schwung" der positiven Berliner Entwicklung anderenorts in der Nachwendezeit ist in Grünau jedoch leider noch immer nicht richtig angekommen.  
 
Desweiteren kommt hier noch ein sportbezogenes Dilemma zum Tragen:
Die Regattastrecke war früher "der Motor" der Entwicklung für Grünau.
Bis zum 2. Weltkrieg bestimmte das betriebsame Regattageschehen in Verbindung mit dem damals noch weithin beliebten und verbreiteten Rudersport sowohl sportlich, als auch kulturell und wirtschaftlich das Schicksal von Grünau. Das Ergebnis war für die ganze Region ein nachhaltig erfolgreicher Aufwärtstrend, - auf der Basis des hohen Freizeitwerts von Grünau sowie durch vielfältige sportliche, kulturelle und naturbezogene publikumswirksame Aktivitäten und nicht zuletzt auch durch das positive Engagement der Bürger.
Rund um das regelmässige bunte Regattageschehen haben die vielen, zum Teil sehr wohlhabenden, traditionsreichen, in Grünau etablierten Vereine, auch mit zahlreichen jüdischen Mitgliedern, für ein nicht nur kulturell reiches Grünauer Stadtleben gesorgt. Dafür garantierten ebenso die anwesenden deutschen Sporteliten und die omnipräsenten "Würdenträger". 
Zahlreiche engagierte Betriebssportgruppen, u. a. aus namhaften Unternehmen, unterhielten in Grünau repräsentative Betriebssport- und Erholungs-Einrichtungen in vornehmen Clubhäusern = z. B. ALLIANZ, BEWAG, DRESDNER BANK.(siehe Fotos in der Bildergalerie "Historische Bauten und Stadtbildansichten" auf der Schaltleiste LEBEN IN GRÜNAU oben) Die in dieser langen erfolgreichen Zeit in Gruenau dominante Regattastrecke hat in der Region Grünau über die Jahrzehnte von 1880 bis 1945 viele lokale Arbeitsplätze garantiert und in der Region für lange Zeit Wohlstand und Werte geschaffen, indem sie Sport, Kultur und Tourismus erfolgreich angezogen und geschickt in Szene gesetzt hat.
  
Im Gegensatz zur Blütezeit Grünaus von 1880 bis 1940 empfängt jedoch das aktuelle Gemeindeleben vom Regattabetrieb in Grünau schon sehr lange keine positiven Impulse mehr. Die wohlhabenden aktiven Vereine und die spendablen finanzstarken Unternehmen wurden nach 1945 enteignet und haben sich im Westen neu etabliert. Die Sportelite hat mittlerweile Grünau und der Regattastrecke ebenfalls den Rücken gekehrt. Schliesslich hat auch die bei Sport und Kultur früher ausgabenfreudige Elite aus Handel, Industrie, Finanzwesen und Verwaltung unseren Hauptstadtteil Grünau schon seit 1945 nicht mehr auf dem Terminkalender. Die Bedeutung von Grünau ist insofern heute nur noch "ein Schatten ihrer selbst". 
Das liegt grösstenteils daran, daß es der Verwaltung in 25 Jahren leider nicht gelungen ist Anreize für den Zuzug von Investoren, Aktiven, Eliten, Unternehmen und/oder die Rückkehr der 1945 Vertriebenen zu schaffen. (siehe unten: Enteignungs- Bescheid des Bezirksamtes Köpenick/Sportamt von 1945)
 
Allerdings haben sich auch die Publikums-Präferenzen im Sport verändert. Mit Rudern kann man heute keine Massen mehr begeistern. Die Sportart hat grosse Nachwuchssorgen zur Auslastung der zahlreichen Vereine, gleichermassen im Westen wie im Osten von Berlin. Entsprechend schwach sind mögliche Sponsoren-Einnahmen für den Ruder- und Kanusport einzuschätzen.
Darüber hinaus ist, wegen der technischen Teil-Disqualifikation der Regattastrecke, heutzutage "der Zug abgefahren", was Ruder-Rückkehrer aus dem Westen oder neue Zuzügler oder auch neues bzw. wachsendes bürgerliches Engagement für den Grünauer Rudersport anbetrifft; selbst wenn die Verwaltung uns offiziell wider besseres Wissen das Gegenteil glauben machen will. (Die schriftliche Begründung zum Bebauungsplan XVI-85 hat insofern durchaus hohen dichterischen Unterhaltungswert). 
Auf jeden Fall ist von wohlhabenden Vereinen, regen Betriebssportgruppen und namhaften Firmen oder von wachsender bürgerlicher Sportteilnahme im gesamten Grünauer Großraum am Langen See nichts mehr zu sehen.
Die finanziell besser ausgestattete Sportkonkurrenz in Westberlin und am Wannsee hat selbst genügend eigene ähnliche Sorgen. Expansionspläne nach Grünau kommen dort auf absehbare Zeit wohl kaum in Betracht.   

Bei uns sieht man neuerdings zunehmend Drachenbootaktivitäten auf der Regattastrecke, zur Teambildung fuer moderne Betriebe. Auch sind vermehrt klassische Ruderboote aus Holz mit Senioren auf dem Wasser unterwegs. Das sind gute Neuigkeiten, aber im Gemeindeleben merkt man in Form einer Belebung davon leider nichts.

Der aktuellen deutschen Sportelite ist das städtische Leben in Grünau völlig unbekannt, selbst wenn bei Veranstaltungen gelegentlich die Regattastrecke aufgesucht wird. Man kommt und geht schnell wieder dahin "wo die Musik spielt".
Bezeichnend ist die vom Rekordweltmeister Thomas Lurz aus Würzburg kürzlich zur Europa-Meisterschaft 2014 im Freiwasserschwimmen durch alle Medien gegangene Beschwerde, in Grünau gäbe es nur Wölfe als Zuschauer an der Regattastrecke. Diese negative Prognose von Herrn Lurz hat sich dann bei der EM-Veranstaltung im Kern auch tatsächlich bewahrheitet - verursacht durch einen Totalausfall der Organisatoren was die Werbung für die Regattastrecke Grünau als Veranstaltungsort angeht.
 
Auf der Regattastrecke werden Elitenvertreter oder "Würdenträger" oder auch nur einfache Zuschauer, selbst bei den wenigen einsamen Siegesritualen, kaum mehr gesehen; - gleichfalls verursacht durch Organisationsdefizite und unterlassene PR/Werbung, d. h. "die Musik spielt nicht mehr" in Grünau oder im Bezirk Treptow-Koepenick - denn selbst wenn wirklich einmal Wichtiges ansteht weiss kaum jemand davon. Dies gilt leider auch für internationale Veranstaltungen wie die genannte Schwimm-EM 2014 oder die diesjährige ADAC-Europameisterschaft, um nur zwei der "zuschauerfreien" internationalen Ereignisse in diesem Sommer in Grünau zu nennen.

 
Man muss im Ergebnis feststellen, dass die stadtentwicklungsmässig Verantwortlichen zu den heutigen und künftigen Anforderungen hier ebensowenig die richtige Einstellung finden, wie die Verantwortlichen für Veranstaltungen auf der Regattastrecke ordentliche Zuschauerzahlen wie früher produzieren können. Dabei liegt hier der Schlüssel für erfolgreiche Nachwuchsförderung. (Junge Leute wollen sich für etwas Bedeutendes engagieren, das Zuschauer mobilisiert und öffentliche Anerkennung verspricht)

Wenn dahingehend nicht bald "Neues nachwächst", könnten Lage und Aussichten für eine Ortsbelebung Grünau's und/oder für die Bedeutung der Regattastrecke (abgesehen von deren Jugendarbeit und Trainingsläufen) kaum noch schlechter sein:
 Wann waren Sie oder jemand den Sie kennen, das letzte mal zu Gast oder aktiv bei einer Ruderregatta oder vielleicht zum sportlichen oder freizeitmässigen Rudern unterwegs ? 
Wie sieht es dazu hinsichtlich Kanusport oder Paddeln aus?
Wer im Großraum Berlin kennt heute überhaupt noch die früher sehr erfolgreiche Geschichte der traditionsreichen Regattastrecke in Grünau ?
Wer interessiert sich heutzutage noch wirklich für Ereignisse oder Ergebnisse im Rudersport oder Kanusport bzw. für die aktiven Sportler selbst?
Fragen die nachdenklich machen ?

Die Praxis: Wenn die Grünauer Vereine im Frühjahr regelmässig ihr Fest im Forsthaus abhalten, dann läuft des öfteren zur gleichen Zeit auf der Regattastrecke direkt nebenan die wichtigste Rudersportveranstaltung der Saison - was allerdings außer den Sport-Insidern keiner weiss- wie bei allen anderen Ereignissen auf der Regattastrecke auch. Die einzigen Besucher im Tribünenbereich, die man dann immer wieder zu Gesicht bekommt, sind die heiteren Sommerfest-Besucher, die allerdings nur schnell unter die Tribüne eilen, um dort die (uralten)Toiletten aufzusuchen. - Ansonsten ist die Zahl der Zuschauer auf der Regattatribüne = NULL - wie ansonsten das ganze Jahr über ebenfalls. 
Ausnahme seit 2013: das jährliche BERLINER WASSERSPORTFEST.
 
Mangels amtlicher Öffentlichkeitsarbeit und fehlendem Sportmarketíng sowie technischer Teildisqualifikation haben Attraktivitätsverlust und Bürgerferne die einstmals sportlich überragende und überregionale Bedeutung der Regattastrecke heute fast eliminiert. Damit einher ging aber auch ein stetiger sportlicher Bedeutungsverlust der ganzen Region Grünau, mitsamt dem eingetretenen Besuchswertverlust, womit dann wiederum auch das Grünauer Stadtbild, zusammen mit dem gesamten kulturellen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Geschehen der Region, in einen anhaltenden negativen Abwärtstrend gezogen worden ist; - für die ZUKUNFT IN GRÜNAU ein fataler Umkehrprozess des früheren langjährigen Aufwärtstrends in der erfolgreichen Zusammenarbeit von Verwaltung, Bürgerschaft und Regattastrecke in Grünau.
 
Der eigentlich unübersehbare "Wandel der Zeiten" und die heute weiter absteigende Reputation der Region in und um Grünau (Karolinenhof, Schmöckwitz, Bohnsdorf) sind in der Verwaltung leider nach 25 Jahren, immer noch erstaunlich "unbemerkt" geblieben.
Jedenfalls stellt man amtlicherseits die Regattastrecke in Grünau verwaltungsintern, abseits jeder Realität, immer noch so dar, als sei sie, wie vor langer Zeit, das Maß aller Dinge im bezirklichen Sport und kompetenter Bezugspunkt für alle Angelegenheiten in der Region Grünau.
Gleichzeitig fehlt aber die dazu passende adäquate Aussendarstellung oder Werbung, die diesem Anspruch nach aussen hin gerecht werden könnte und ein entsprechendes Bild in der Öffentlichkeit herstellt.
Deshalb treffen wichtige Personen von ausserhalb, wie gerade der Rekordweltmeister Thomas Lurz, die in allen bundesdeutschen Medien veröffentlichte Schlussfolgerung, in Gruenau gäbe es, wie in Sibirien, nur Wölfe als Zuschauer auf der Olympiatribüne - ein Imageschaden für den ganzen Bezirk, den die Verantwortlichen ernst nehmen sollten.
  

Tatsächlich hat sich die Regattastrecke schon lange vom früheren "Motor der Region" nicht nur zum zum grössten Subventionsempfänger des Bezirksamts Treptow-Köpenick, sondern auch zum grössten Entwicklungshindernis für Grünau gewandelt.

Die wichtige und wertvolle Jugendarbeit ist ein "Lichtblick", ebenso wie die zahlreichen, teilweise hochkarätigen Veranstaltungen der Sportverbände und die Trainingsläufe. All das hat jedoch leider keinerlei positive Ausstrahlung auf das sonstige Leben im Grünauer Stadtgebiet.
 
Selbst die für das Rückstands-und Ruinen-Drama in Grünau symptomatischen verfallenden Gebäude der früheren Grünauer "Kultur-Glanzpunkte" GESELLSCHAFTSHAUS und RIVIERA sind für alle Bürger und Besucher in gewisser Weise weithin sichtbares Ergebnis der für das Grünauer Gemeinwohl schädlichen amtlichen Abschottungspolitik ohne die nötigen Zukunftsinvestitionen und ohne moderne PR.
Der Uferstreifen der RIVIERA-GESELLSCHAFTSHAUS-Anlagen am Langen See wurde in staatliches Eigentum überführt. Heute sind die früheren Wasserzufahrten mit privaten Booten für die Allgemeinheit blockiert und die dortigen Anlegestege abgebaut, vorrangig damit das Auslaufen der Regattaboote bei Wettkämpfen nach dem Zieleinlauf nicht durch privaten Bootsverkehr im Wasser gestört werden sollte. 
Mittlerweile verfallen die langen RIVIERA-Ufermauern im Besitz des Bundes ebenso wie die Denkmalbauwerke im Eigentum der tuerkischen Familie.
Letztlich fehlt also seit 1990 auch hier für Investoren ein wichtiger wasserbezogener Nutzungsaspekt d. h. es fehlt ein wesentlicher Anreiz zum teuren Wiederaufbau der Ruinen, gerade auch im Hinblick auf die hohen Denkmalschutzkosten.
Warum wohl hat sich seit 1990 kein anderer Käufer finden lassen, bis dann endlich 2006 die türkische Familie Erdem aus Potsdam zum "Spottpreis" von rund 700.000,- Euro von der TLG den Zuschlag für das Riesengelände in "prime location" am Langen See erhielt ? Fehlende Investitionssteuerung: siehe Ruinen-Galerie ganz oben.

Weiter östlich zeigt sich der städtebauliche und wirtschaftliche Verfall durch die amtliche Abschottung der Regattastrecke ebenfalls. Denn auch von den einstmals stolzen Wassersportclub-Ruinen "ALLIANZ" und "DRESDNER BANK" sowie von den schon Jahrzehnte leer stehenden Grundstücken nebenan, sollte amtlich jede Beeinträchtigung - sprich bürgerliche Belebung - des Gebiets um die Regattastrecke ausgeschlossen werden. Bei den (noch) nicht leer stehenden Bootshäusern der verbliebenen, heute finanzschwachen Vereine sorgen der schleichende Mitgliederschwund und die Überalterung automatisch für ein zunehmend einsameres Ufergeschehen.
Dumm nur, wer bewirkt dann die für unser Stadtbild und unser Stadtleben wichtigen Modernisierungs- und Erhaltungs-Investitionen und wer sorgt für ein gesundes, optisch ansprechendes Lebensumfeld für die Bürger, das uns auch neue Bewohner und Besucher nach Grünau bringen könnte? Antwort: wiederum Investitionen, die uns aber leider fehlen; d. h. so werden wir unsere Ruinen nicht los.

Wasserbarrikade zur Abschottung der Regattastrecke gegen Nachbarn - und gegen klassische Mahagonyboote mit Tradition.
Mithilfe des amtlichen Bebauungsplans XVI-85 und anderen Investitionshindernissen wie Verkehrsbehinderung und Parkplatzmangel in der Regattastrasse , Abschottung des Seeufers mit brach liegenden Bezirksamtsgrundstücken und kilometerlangen Zäunen, ebenso wie mit der klammheimlichen Entfernung des 1973 abgerissenen, historisch bedeutenden und für Tourismuszwecke markanten Sportdenkmals aus dem aktuellen Bebauungsplan von 2008, will die bezirkliche Stadtplanung Investoren wie Besucher in Grünau offenbar "vergraulen" - Das östliche Stadtleben von Grünau fällt, für jedermann anschaulich, zunehmend dieser seit 1989 amtlich verordneten schleichenden Verödung anheim. 

Die Verkehrsverhältnisse auf der Regattastrasse im östlichen Ortszentrum sowie die dortige Parksituation sind über den Besorgnisstatus mittlerweile längst hinaus, nämlich ausweglos - im wahrsten Sinne des Wortes - Mithin eine weitere offene Frage für die ZUKUNFT IN GRÜNAU ?
Nichtstun oder Parkverbote, d. h. die amtlichen Reaktionen bisher, sind für die Anwohner allerdings keine sachgerechten oder zukunftstauglichen Optionen, sondern nur Verkehrsbehinderung = Investitionsbehinderung. Wenig bedarfsgerecht, hält man zudem an der grossen Regattatribüne (9000 Plätze zur Olympiade 1936) für Busse keine Wende- und keine Bus-Parkmöglichkeiten bereit, sondern lediglich 50 Pkw-Stellplätze an der schmucklosen, "angestaubten" Haltestelle der traditionsreichen "Uferbahn". Schon bei grösseren lokalen Veranstaltungen ist somit ein Verkehrschaos vorprogrammiert. 

Dabei ginge es deutlich besser, wenn man das Gleisbett der Strassenbahn 68, ebenso wie auf der westlichen Regattastrasse, auch für den östlichen Regattastrassenverkehr entlang der Regattastrecke, bis zum Beginn des Wasserschutzgebietes, auch für den Autoverkehr zugänglich machen würde. Die bisherige Fahrbahn würde dann bei besonderen Ereignissen als eine grosse Parkplatzreserve zur Verfügung stehen. Eine gemeinsame Nutzung der Strasse durch Strassenbahn (hier alle 20 Minuten je Richtung) und Pkw ist ansonsten in Berlin ohnehin der Normalfall. 
Die jetzt nur alle 20 Minuten je Richtung für eine kurze Strassenbahndurchfahrt erfolgende Nutzung des separaten Gleisbetts ist objektiv betrachtet eine Verschwendung städtischer Ressourcen, insbesondere angesichts der lokalen Parkplatznot. 

Unbeeindruckt von diesen Zwängen der Wirklichkeit, träumte unsere Verwaltung bis vor Kurzem noch, zahlreichen offiziellen Verlautbarungen nach, den "Wunschtraum" einer Wiederholung von "Olympia" in Grünau. - Selbst im Traum eine verwegene Idee, weil man die schon für den Regionalbedarf unbefriedigenden Verhältnisse kennt, und weil man weiß, welche "Schwergewichte" mit anderen Olympia-Bewerbern heutzutage schon zur Vorauswahl international "in den Ring steigen".
Aber auch, falls Berlin die Olympia-Qualifikation schafft, würde man auf jeden Fall den Neubau einer modernen Regattastrecke in Tegel vorziehen, - wenn man nicht die modernen Anlagen in Brandenburg am Beetzsee nutzen will, so wie es jetzt eigentlich vorgesehen ist.

Grünau wird also von der Olympiade kaum profitieren können. Wie könnte auch eine offizielle Wiederbewerbung für den geschichtsträchtigen Ort der Olympiade 1936 international ein positives Echo finden? - mit veralteten Bauanlagen aus der Nazizeit, in einem zurück gebliebenen Stadtteil voller Ruinen und Baulücken und mit Müllfahrzeugen und LKW zunehmend verstopften Verkehrswegen ohne annähernd genügend Parkraum ? - und das sind nur die Probleme an Land.

Auf dem Wasser sieht es noch schlechter aus: 
Die Regattastrecke kann die technischen Mindest-Standards für eine anerkannte Hochleistungsstrecke schon lange nicht mehr leisten, - geschweige denn die für eine heute taugliche Olympiastrecke - als da wären: Acht Bahnen mit einheitlicher, ordentlicher Mindestbreite, kein fliessendes Gewässer, kein Schiffs- oder Bootsverkehr neben der Strecke, kein Windwechsel im Streckenverlauf mit wechselndem, unberechenbarem Wellengang, keine Sichtbehinderungen für Zuschauer, keine Reflexionswellen vom Ufer, keine Uferabschnitte mit ungenügendem Abstand zu den Aussenbahnen, keine für das Sicherheitspersonal unzugänglichen Uferteile. - Nicht eine einzige der oben genannten technischen Mindestvoraussetzungen könnte die Regattastrecke heute noch erfüllen.
Soviel zur Realität der hochleistungssportlichen und Olympia-Perspektiven unserer Grünauer Regattastrecke.

Zusammen mit dem zunehmenden LKW- und Durchgangsverkehr und der von Westen her ausufernden Müllindustrie, haben wir es, bei weiterer amtlicher Untätigkeit, mit negativen Perspektiven zu tun, wobei die Lebensqualität in Grünau auch bei Aktivitäten des BA wohl nicht unbedingt im Vordergund nicht ?- Bezeichnend zumindest die Aussage des Stadtplanungsamts 2007: "Wintergärten sind Luxus, das wollen wir dort in Grünau nicht" (....aber Olympia !? )

Es gibt mithin noch viel zu tun, denn die Lage ist durchaus schwierig, wie man auch sonst allenthalben im Bezirk sieht, aber nicht ganz hoffnungslos, denn erfreulicherweise haben einige Politiker "den Ernst der Lage" und den Handlungsbedarf für mehr Investitionen erkannt.